Spendenbereitschaft in Österreich

Warum guter Wille oft an fehlenden Infos scheitert! Die Hilfsbereitschaft in Österreich ist ungebrochen hoch: Weit mehr als drei Viertel der Bevölkerung haben bereits Sachspenden an gemeinnützige Organisationen geleistet. Eine aktuelle, repräsentative Studie von Marketagent zeigt jedoch eine überraschende Barriere: Viele potenzielle Spenden kommen niemals an, weil es an grundlegenden Informationen fehlt.

Großes Potenzial: Helfen und Ressourcen schonen

Sachspenden sind im Mainstream angekommen. Beeindruckende 77,5 % der Österreicherinnen und Österreicher haben schon einmal Kleidung, Schuhe oder Textilien gespendet. Weitere 15,7 % können es sich fest vorstellen. Die Motivation dahinter geht weit über klassische Charity hinaus: Neben dem Wunsch, Gutes zu tun (68 %), treibt vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke die Menschen an – 54 % möchten gebrauchsfähige Dinge schlichtweg vor dem Müllhaufen bewahren und Ressourcen schonen.

 

Die Informationslücke: Was bremst die Spender?

Obwohl die Schränke voll und die Bereitschaft hoch ist, bleibt vieles ungespendet. Der Grund ist selten mangelnder Wille, sondern vielmehr ein akutes Informationsdefizit. Viele Bürgerinnen und Bürger stehen vor denselben Fragen: Was wird gerade wirklich gebraucht? Wo kann ich es abgeben? Und kommt es überhaupt an?

 

  • Mangelndes Vertrauen: Fast jede vierte Person (24 %) zweifelt an der sinnvollen Verwendung oder dem transparenten Transport der Spende.
  • Orientierungslosigkeit: Rund 25 % wissen schlichtweg nicht, welche Gegenstände von Organisationen aktuell angenommen werden, und 17 % fehlt die passende Anlaufstelle.

Diese Unsicherheit führt dazu, dass wertvolle Ressourcen ungenutzt im Keller verstauben, weggeworfen oder stattdessen privat verkauft werden.

 

Transparenz als Schlüssel für die Zukunft

Die Studienergebnisse formulieren einen klaren Auftrag an soziale Organisationen: Wer Spender gewinnen will, muss den konkreten Bedarf sichtbar machen. Rund 34 % der Befragten fordern eine lückenlose Nachvollziehbarkeit darüber, wofür ihre Spende eingesetzt wird und wer am Ende davon profitiert.

Genau an dieser Schnittstelle setzen moderne Lösungen an: Die Initiatorinnen des Projekts „in-kind“, Chieh Pan und Natalia Rümmele, betonen, dass digitale Plattformen die Brücke schlagen müssen, um Bedarfe sozialer Einrichtungen in Echtzeit sichtbar zu machen. Nur so kann das enorme Spendenpotenzial in Österreich künftig gezielt und bedarfsorientiert genutzt werden.

Quick-Facts & Fazit:

  • Der Wille ist da: Sachspenden sind aktiver Umweltschutz und soziale Hilfe zugleich.
  • Wissen schlägt Zweifel: Klare, transparente Fakten darüber, wer was wo benötigt, sind der stärkste Hebel für eine höhere Spendenbereitschaft.
  • Ergebnisorientiert: Die Gewissheit, dass ein Gegenstand wirklich gebraucht wird (37 %), verhindert das Entsorgen oder Verkaufen von gut erhaltenen Dingen.

 

Studie: Marketagent.com online reSEARCH GmbH